Winglets an einer 125er? QJMOTOR meint es mit dem Racing-Look ernst. Wir schauen uns SRK 125 RS und SRK 125 RW technisch an – und klären, wie viel Rennsport wirklich in den beiden 15-PS-Bikes steckt.
15 PS, 6-Gang-Getriebe, 17-Zoll-Räder, ABS, TFT-Display – und im Fall der SRK 125 RS sogar eine komplette Race-Verkleidung mit Winglets.
Wer bei einer 125er noch an ein schmales Zweckmotorrad für den Weg zur Schule denkt, sollte sich die beiden neuen QJMOTOR-Modelle SRK 125 RS und SRK 125 RW genauer ansehen.
Denn QJMOTOR verfolgt hier einen anderen Ansatz.
Die Technik bleibt natürlich innerhalb der Grenzen der 125er-Klasse. Optisch treten die beiden Maschinen aber wesentlich erwachsener auf. Besonders die SRK 125 RS orientiert sich mit ihrer Vollverkleidung, aggressiven Front und aerodynamischen Winglets deutlich an aktuellen Supersportlern.
Die SRK 125 RW nimmt dieselbe Grundidee und übersetzt sie in ein offeneres, straßenorientiertes Naked-Bike-Konzept.
Also: echter Rennsport für A1?
Nicht ganz.
Aber verdammt viel Racing-Feeling für 125 cm³.
Zwei Motorräder – eine technische Basis
Interessant ist zunächst, wie nah SRK 125 RS und SRK 125 RW technisch beieinanderliegen.
Bei beiden arbeitet ein flüssigkeitsgekühlter 125-cm³-Einzylinder-Viertaktmotor mit vier Ventilen und SOHC-Ventilsteuerung.
Die maximale Leistung beträgt:
11 kW beziehungsweise 15 PS bei 9.500 U/min.
Das maximale Drehmoment liegt bei 12,1 Nm. Die Kraft wird über ein 6-Gang-Getriebe und Kettenantrieb ans Hinterrad übertragen. Damit schöpfen beide Modelle die für die A1-Klasse relevante Leistungsgrenze vollständig aus.
Und genau bei einer 125er ist das wichtig.
Hier geht es nicht darum, mit immer größeren Leistungszahlen zu werben. Innerhalb der Führerscheinklasse sind die Grenzen klar definiert. Entscheidend ist deshalb vielmehr, wie gut Motor, Getriebe, Gewicht und Fahrwerk zusammenspielen.
15 PS – wenig oder genau richtig?
Wer normalerweise 600er oder 1000er fährt, wird über 15 PS natürlich nicht lange diskutieren.
Für eine 125er sieht die Sache anders aus.
Die kleinen Motoren wollen gedreht werden. Die maximale Leistung der beiden QJMOTOR-Modelle liegt erst bei 9.500 U/min an. Das bedeutet: Wer zügig fahren möchte, muss mit dem Getriebe arbeiten und den Motor im passenden Drehzahlbereich halten.
Und genau das kann einen großen Teil des Reizes einer sportlichen 125er ausmachen.
Du lernst früh:
sauber zu schalten, Geschwindigkeit in die Kurve mitzunehmen, präzise Linien zu fahren und nicht jedes fahrerische Problem einfach mit Leistung zu lösen.
Das ist zwar noch lange kein Rennmotorrad – fahrerisch kann eine leichte 125er aber eine ziemlich gute Schule sein.
SRK 125 RS: Der kleine Racer
Bei der QJMOTOR SRK 125 RS ist sofort klar, worum es gehen soll.
QJMOTOR bezeichnet die Verkleidung ausdrücklich als Race-Verkleidung und spricht von einer aerodynamisch optimierten Ausführung mit Winglets.
Und die fallen auf.
Sehr sogar.
Die Front orientiert sich optisch wesentlich stärker an modernen Supersport- und Rennmotorrädern als an klassischen 125ern.
Das Ergebnis ist ein Motorrad, das neben einer größeren Sportmaschine nicht sofort wie das typische „Einsteigerbike“ wirkt.
Winglets an einer 125er – sinnvoll?
Hier muss man allerdings sauber unterscheiden zwischen Design und tatsächlicher aerodynamischer Wirkung.
Winglets werden im professionellen Motorradrennsport eingesetzt, um bei sehr hohen Geschwindigkeiten aerodynamischen Abtrieb zu erzeugen. Dadurch kann unter anderem die Belastung beziehungsweise Stabilität des Vorderrads beeinflusst werden.
An einem Motorrad mit 15 PS bewegen wir uns in völlig anderen Geschwindigkeitsbereichen.
Die Fachzeitschrift MOTORRAD weist deshalb ebenfalls darauf hin, dass die Winglets bei einer 125er vor allem als Design- und Stylingelement zu betrachten sind und ihr aerodynamischer Nutzen nicht mit dem eines leistungsstarken Superbikes vergleichbar ist.
Und das ist vollkommen in Ordnung.
Eine 125er darf schließlich auch einfach gut aussehen.
Der entscheidende Punkt ist: QJMOTOR versucht gar nicht erst, das kleine Motorrad optisch künstlich zurückzuhalten.
Die RS soll aussehen wie ein Racer.
Und genau das tut sie.
SRK 125 RW: gleiche Idee, weniger Verkleidung
Wer den technischen Ansatz interessant findet, aber keine Vollverkleidung möchte, bekommt mit der SRK 125 RW die Alternative dazu.
QJMOTOR beschreibt sie als Motorrad mit dynamischem Naked Design, ebenfalls mit aerodynamisch optimierter Gestaltung.
Dabei ist die RW nicht einfach eine klassische nackte 125er mit rundem Scheinwerfer und möglichst neutralem Auftritt.
Auch hier bleibt die Linienführung aggressiv und modern.
MOTORRAD beschreibt die neue RW sogar als eine Art Naked Bike mit ausgeprägter Halbverkleidung. Optisch bleibt also auch sie deutlich in der sportlichen SRK-Familie.
Damit entstehen zwei klar unterschiedliche Charaktere:
SRK 125 RS: maximaler Supersport-Look.
SRK 125 RW: sportlicher Streetfighter-/Naked-Auftritt.
Technisch liegen beide dagegen extrem dicht zusammen.
141 Kilogramm fahrbereit
Beide Modelle werden von QJMOTOR mit einem fahrbereiten Gewicht von 141 kg angegeben.
Das ist für die Fahrpraxis mindestens genauso interessant wie die Motorleistung.
Denn 15 PS müssen bei einer 125er möglichst wenig Masse bewegen.
Gleichzeitig macht ein überschaubares Gewicht das Motorrad beim Rangieren, beim ersten Umgang mit einem Motorrad und bei schnellen Richtungswechseln leichter beherrschbar.
Gerade für Fahrer, die mit 16 Jahren über A1 einsteigen, kann das ein wesentlicher Vorteil sein.
Die Sitzhöhe beträgt zudem lediglich 780 mm.
Damit dürften auch kleinere Fahrer vergleichsweise guten Bodenkontakt bekommen.
ABS an beiden Rädern
Beim Thema Sicherheit gibt es keine abgespeckte Billiglösung.
Vorne arbeitet eine hydraulische 260-mm-Einzelscheibenbremse, hinten eine 240-mm-Scheibe.
Beide werden von ABS überwacht.
Gerade für Fahranfänger ist ABS ein wichtiger Punkt.
Eine 125er wird häufig das erste richtige Motorrad sein. Und wer in einer Schrecksituation zu stark in die Bremse greift, profitiert davon, wenn ein Blockieren der Räder verhindert wird.
Sportlicher Look hin oder her: Auf der Straße ist kontrollierbare und berechenbare Technik wichtiger als eine möglichst spektakuläre Bremsscheibe.
5-Zoll-TFT statt einfachem LCD
Auch beim Cockpit versucht QJMOTOR, den Einstieg nicht billig wirken zu lassen.
Beide Modelle verfügen laut Hersteller über ein 5-Zoll-TFT-Display, das die wichtigsten Fahrinformationen darstellt. Zusätzlich gibt es einen USB-Anschluss.
Das passt zum gesamten Konzept.
Die Zielgruppe der Motorräder ist teilweise 16, 17 oder 18 Jahre alt. Ein modernes Display ist für diese Fahrer längst kein exotisches Premiumfeature mehr – sondern etwas, das sie aus Autos, Smartphones und größeren Motorrädern kennen.
Eine neue 125er muss deshalb inzwischen mehr bieten als einen Motor, zwei Räder und einen analogen Tacho.
SRK 125 RS gegen SRK 125 RW – was ist der Unterschied?
Technisch muss man gar keine riesige Vergleichstabelle aufmachen, denn die wichtigsten Eckdaten sind identisch. Der Preis macht den Unterschied:
QJ Motor SRK 125 RS: – 4.199€
QJ Motor SRK 125 RW: – 3.799€
Die Entscheidung fällt deshalb weniger über Datenblattwerte als über die Frage:
Wie möchtest du deine 125er fahren – und wie soll sie aussehen?
RS: für den Supersport-Fan
Die SRK 125 RS ist die logische Wahl, wenn dein Traum eigentlich ein vollverkleidetes Sportmotorrad ist.
Race-Verkleidung, Winglets und die insgesamt aggressive Gestaltung erzeugen deutlich mehr Supersport-Atmosphäre.
Und gerade mit 16 ist das nicht unwichtig.
Das erste Motorrad soll schließlich nicht nur vernünftig sein.
Du solltest morgens in die Garage gehen und Bock darauf haben, es zu fahren.
RW: für Landstraße, Alltag und Streetfighter-Look
Die SRK 125 RW verfolgt das gleiche technische Grundkonzept, trägt es aber weniger verkleidet.
Wer Naked Bikes und Streetfighter interessanter findet als Supersportler, dürfte sich hier eher zu Hause fühlen.
Zusätzlich liegt die derzeit von QJMOTOR veröffentlichte Preisposition unterhalb der RS.
Damit bekommt die RW einen interessanten Platz innerhalb der 125er-Klasse: volle 15 PS, TFT, ABS und sehr sportliches Design – ohne dass dafür zwingend eine vollverkleidete Maschine gekauft werden muss.
Rennsport-DNA oder nur Optik?
Damit zurück zur Ausgangsfrage:
Bringt QJMOTOR jetzt Rennsport in die 125er-Klasse?
Die Antwort lautet: optisch definitiv – technisch sollte man realistisch bleiben.
Eine SRK 125 RS ist kein Rennmotorrad mit Straßenzulassung. 15 PS bleiben 15 PS. Die Winglets machen daraus kein Moto3-Bike und die Verkleidung ersetzt keine Renntechnik.
Aber das muss sie auch gar nicht. Viel spannender ist die Idee dahinter. QJMOTOR ist selbst international im Motorsport aktiv. Der Hersteller verweist unter anderem auf Engagements in Moto2 und der World Supersport Championship.
Das bedeutet allerdings nicht automatisch, dass Rennsporttechnik direkt aus diesen Meisterschaften in die SRK 125 übertragen wurde – dafür gibt es aktuell keine entsprechende Herstellerangabe. Was sehr wohl erkennbar ist, ist die gestalterische Richtung.
Sportmotorräder sollen bei QJMOTOR auch in der kleinen Hubraumklasse wie Sportmotorräder aussehen. – Und genau das dürfte der eigentliche Reiz sein.
Unser Fazit: Mini-Superbike trifft echte Alltagstauglichkeit
Die QJMOTOR SRK 125 RS und SRK 125 RW versuchen nicht, etwas zu verstecken.
Natürlich sind es 125er.
Natürlich gibt es größere, schnellere und technisch aufwendigere Motorräder.
Aber für die Zielgruppe liefern beide genau das, was interessant ist: volle 15 PS, überschaubares Gewicht, ABS, 6-Gang-Getriebe, TFT-Cockpit und ein Design, das wesentlich erwachsener wirkt als bei vielen klassischen Einsteiger-Motorrädern.
Die RS setzt noch einen drauf und inszeniert das Ganze mit Vollverkleidung und Winglets als kleinen Supersportler.
Die RW nimmt dieselbe technische Basis und macht daraus das offenere Street-Bike.
Rennsport im 125-ccm-Segment?
Vielleicht nicht im Sinne von Rundenzeiten und echtem aerodynamischem Abtrieb
Beim Look und beim Gefühl auf dem ersten eigenen Motorrad aber definitiv.
Und seien wir ehrlich:
Mit 16 muss ein Motorrad nicht nur vernünftig sein.
Es muss dich umdrehen lassen, wenn du es abgestellt hast.
Du willst SRK 125 RS und SRK 125 RW live vergleichen?
Dann schau bei uns vorbei und mach dir selbst ein Bild von den beiden neuen QJMOTOR 125ern.
RS oder RW? Supersport oder Streetfighter?
Am Ende entscheidet nicht die Tabelle – sondern auf welchem Bike du dich wohler fühlst.
Beide Modelle sind ab November 2027 verfügbar. Bei Fragen stehen wir dir gerne zur Seite.




